Vertrauen ins Leben

C. Rogers hat zahlreiche Personen begleitet und bei der Bewältigung von Krisen unterstützt. Die Beobachtungen, die er bei diesen Gesprächen machte, überzeugten ihn, dass der Mensch – wie alle Wesen – nach Wachstum und Entfaltung strebt. Das tiefe Vertrauen in die Lebenskraft jedes Einzelnen war die Grundlage seiner therapeutischen Arbeit.

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Eine Geschichte vom Leben

Im Februar war auf unserer Loggia ein Brand ausgebrochen, den wir glücklicherweise noch vor Ankunft der Feuerwehr löschen konnten.

Unser Apfelbaum, der in einem Topf wuchs, war stellenweise versengt worden. Wir wussten nicht, ob er im Frühjahr wieder austreiben würde, gossen ihn aber weiter.

Im April erschienen an der Spitze eines Zweiges drei kleine Knospen. Wir waren voller Erwartung, aber sie wuchsen nicht, sie öffneten sich nicht, sie blieben, wie sie waren.

Im Mai, als wir schon jede Hoffnung aufgegeben hatten, bemerkten wir am unteren Ende des Stammes einen kleinen grünen Trieb. Bald entfaltete sich ein Blatt, dann ein zweites, und so wuchs ein kleiner Ast.

Im Juni staunten wir nicht wenig, als neben dem Stamm kleine Schösslinge erschienen – erst einer, dann zwei, dann drei – und immer höher wurden. Unser Apfelbaum hatte sich verdreifacht, sein Blattwerk war üppig und sattgrün.

Wir freuten uns über dieses Wunder des Lebens und ich musste an Carl Rogers denken und an sein unerschütterliches Vertrauen in die inneren Ressourcen des Menschen.

Copyright: Dominique Kerschbaumer-de Valon